Hochrangige internationale Delegationen zu Gast bei WM der Berufe in Stuttgart

10. Oktober 2022

75 Spitzenfachkräfte aus 25 Nationen kämpften bei der WorldSkills Competition 2022 Special Edition auf der Messe Stuttgart um die Weltmeisterschaftstitel

WorldSkills Germany hieß Gäste aus der ganzen Welt willkommen

Wenn die Weltmeisterschaften der Berufe ausgetragen werden, kommen nicht nur Spitzenfachkräfte aus der ganzen Welt zum Wettstreit um die Medaillen zusammen. Die WorldSkills sind das größte Event ihrer Art und damit eine Plattform für internationales Benchmarking im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Vom 4. bis 7. Oktober 2022 war Deutschland mit der Messe Stuttgart Austragungsort von gleich drei Berufsweltmeisterschaften – in Mechatronik, Industrie 4.0 und Water Technology (Abwassertechnik) – organisiert von der anerkannten Bildungsorganisation WorldSkills Germany und seinen Partnern.

75 Wettkampfteilnehmende aus 25 Nationen und Regionen rangen bei der WorldSkills Competition 2022 Special Edition in Stuttgart um die Medaillen. „Das WorldSkills-Feeling kam sofort wieder auf und wir erlebten Gänsehautmomente vom Aufbau, über die Anreise der Delegationen und die Eröffnungsveranstaltung bis hin zu den Wettkämpfen selbst“, freut sich Hubert Romer, Offizieller Delegierter und Geschäftsführer von WorldSkills Germany.

Rund 250 Personen aus über 25 Nationen und Regionen der Welt jubelten bei der Eröffnungsveranstaltung der WorldSkills Competition 2022 Special Edition in Stuttgart über den Beginn der Weltmeisterschaften der Berufe in Deutschland. (Foto: WorldSkills Germany / Frank Erpinar)

Die Spitzenfachkräfte waren dabei nicht allein mit ihren Trainerinnen und Trainern nach Stuttgart gekommen. Aus zahlreichen Nationen reisten darüber hinaus hochrangige Delegationen an, die sich mit Bildungsexpertinnen und -experten sowie politischen Vertreterinnen und Vertretern aus der ganzen Welt über die Themen berufliche Bildung, Nachwuchsförderung und Fachkräftegewinnung austauschten. So durfte WorldSkills Germany den stellvertretenden Minister für Hochschulbildung, Wissenschaft und Innovation Südafrikas begrüßen. Auch aus Kenia waren unter anderem Abgesandte der Bildungspolitik vor Ort. „Wir haben gespürt, dass dieses Event in Stuttgart eine globale Aufmerksamkeit erregt hat, wie es bei WorldSkills immer der Fall ist“, berichtet Romer. „Ich hätte mir auch eine deutsche politische Präsenz gewünscht. Die ist leider nicht gegeben gewesen. Da muss ich zugeben, hat Deutschland noch Nachholbedarf.“ Romer ergänzt aber auch, dass die Förderung durch das Bundesbildungsministerium und die Schirmherrschaft für die deutsche Nationalmannschaft durch den Bundeskanzler eine grundsätzliche Form der Wertschätzung ist.

Die WorldSkills-Wettbewerbe setzen international Berufsstandards, die von zahlreichen Nationen in der Entwicklung ihrer Aus- und Weiterbildung übernommen werden. Das Niveau der viertägigen Wettkämpfe, bei denen die Fachkräfte über 20 Stunden lang Höchstleistung zeigten, liegt in Deutschland zwischen dem Bachelor- und Masterabschluss.

Johannes Albrecht (r.) und Felix Willi (2. v.r.) freuen sich mit den Teams aus der Schweiz (Gold) und dem Vereinigten Königreich (Bronze) über ihren Erfolg bei der WM der Berufe. (Foto: WorldSkills Germany / Frank Erpinar)

Wie anstrengend der Wettkampf im Ganzen ist, können Johannes Albrecht und Felix Willi aus Baden-Württemberg bestätigen. Die beiden Elektroniker für Geräte und Systeme gewannen in Stuttgart in der Disziplin Industrie 4.0 die Silbermedaille. Im Wettkampf mussten Albrecht und Willi eine Industrieanlage aufbauen und anschließend einen digitalen Zwilling davon erstellen, um die Anlage auch virtuell laufen lassen zu können. Darüber hinaus wurde die Anlage mit einer Cloud vernetzt sowie Module per Augmented Reality analysiert und umfassende Daten gesammelt. Die Aufgabe spiegelte damit die Realität in der Industrie wider, wo zunehmend Systeme vernetzt und Daten gesammelt werden, um zum Beispiel in Echtzeit CO2- und Energieverbrauch von Produktionsanlagen messen und auswerten zu können.

Die beiden Badener absolvieren derzeit in ihrem Ausbildungsunternehmen Sick AG und an der Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe ein duales Studium der Informationstechnik. Den Wettkampf empfanden sie als Herausforderung mit vielen Höhen und Tiefen, aber insgesamt als Erlebnis, dass ihnen unheimlich viel Spaß gemacht hat. Die Gemeinschaft unter den Teilnehmenden aus der ganzen Welt und der fachliche und persönliche Austausch wird ihnen dabei als besonders positiv in Erinnerung bleiben.

Über die WorldSkills Competition 2022 Special Edition
Nach der Absage der für Oktober geplanten WorldSkills Shanghai 2022 erklärten sich weltweit 15 Nationen bereit, die WM der Berufe erstmals dezentral auszutragen. So treten bei der WorldSkills Competition 2022 Special Edition von September bis Ende November über 1.000 Spitzenfachkräfte aus 58 Nationen in 61 Disziplinen in den beruflichen Wettkampf. In den nächsten Wochen finden in Deutschland sechs weitere Weltmeisterschaften an fünf Orten statt. Die Deutsche Berufe-Nationalmannschaft nimmt mit insgesamt 37 Spitzenfachkräften in 32 Disziplinen in 10 Nationen an
der Weltmeisterschaft der Berufe teil. Schirmherr des Team Germany ist Olaf Scholz.

Die Teilnahme der Deutschen Berufe-Nationalmannschaft an der WorldSkills Competition 2022 Special Edition sowie die Durchführung der WM der Berufe in Deutschland wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Darüber hinaus ist CWS Workwear als Presenterpartner von WorldSkills Germany offizieller Partner und Ausstatter der Deutschen Berufe-Nationalmannschaft.

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