“Worldwide Policy Cooperation for Excellence in VET” – Internationale Berufsbildungskonferenz

21. November 2023

In einer globalisierten Welt stellt die Ausbildung von qualifizierten Arbeitskräften eine wachsende Herausforderung dar. Demografischer Wandel, internationale Migration, schnelle Innovationszyklen und die Notwendigkeit, digitale und grüne Technologien einzuführen, haben die Berufsbildungssysteme in Europa und darüber hinaus unter Druck gesetzt. An der Schnittstelle von Bildungspolitik, sozialem Zusammenhalt und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit muss eine zukunftsorientierte Berufsbildung die Erwartungen vieler Akteure erfüllen.

Am 9. November 2023 veranstalteten WorldSkills Germany und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin die internationale Konferenz „Worldwide Policy Cooperation for Excellence in VET“, um mögliche gemeinsame Nenner für die interregionale Berufsbildungskooperation zu erörtern und den Fokus auf gemeinsame Herausforderungen zu legen, wobei die unterschiedlichen Charaktere und Ausprägungen der nationalen Berufsbildungssysteme berücksichtigt wurden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung war Förderer der Konferenz. Darüber hinaus war Peter Thiele, Referatsleiter Berufliche Weiterbildung; Europäischer Berufsbildungsraum im BMBF, maßgeblich an der Organisation der Inhalte und Referenten der Veranstaltung beteiligt. Auf die Konferenz, die von Hubert Romer, Geschäftsführer und offizieller Delegierter von WorldSkills Germany, moderiert wurde, folgte ein Festabend anlässlich der 70-jährigen Mitgliedschaft Deutschlands bei WorldSkills.

Globale Berufsbildung vorantreiben: Einblicke von der internationalen Konferenz über die Zusammenarbeit in der Berufsbildungspolitik

“Die Bundesregierung ist generell bestrebt, die berufliche Bildung als hervorragende Berufswahl für jeden jungen Menschen in Deutschland, Europa und weltweit zu fördern. Wir sind der Überzeugung, dass Partnerschaften in der Berufsbildungspolitik wirklich etwas bewirken können, um die Welt herauszufordern und zu verändern“, betonte Johanna Börsch-Supan, Abteilungsleiterin für Bildungs- und Berufsbildungspolitik im Bundesministerium für Bildung und Forschung, in ihrer Rede zur Eröffnung der Konferenz. “Die internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildungspolitik auf europäischer und globaler Ebene zu stärken, bedeutet für uns, voneinander zu lernen, verschiedene Systeme und verschiedene Gestaltungswege von Lernstandards zu vergleichen und nach den besten Optionen zu suchen.”

Michael Hafner, Vorstandsvorsitzender von WorldSkills Germany, sagte zu den mehr als 60 Teilnehmenden: „In der Internationalisierung der beruflichen Bildung liegt der Schlüssel für den globalen Erfolg unserer Weltgemeinschaft. Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern. Die berufliche Bildung ist dabei ein wesentlicher Bestandteil. WorldSkills Germany und unsere Vorgängerorganisationen leisten seit 70 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der beruflichen Bildung. Wir passen unsere nationalen Wettbewerbe kontinuierlich an die internationalen Standards an. Die weltweit einzigartigen WorldSkills-Standards werden konsequent in unsere Arbeit in der beruflichen Bildung integriert und wirken sich positiv darauf aus.”

Auf die virtuelle Keynote von Borhene Chakroun, Director of Policies for Lifelong Learning bei der UNESCO, folgten Beiträge von der EU und der OECD. Chiara Riondino, Head of Unit, DG Employment, Social Affairs and Inclusion bei der Europäischen Kommission, sprach über die Bedeutung der EU-Instrumente für die Berufsbildung, den Kopenhagen-Prozess, die Europäische Kompetenzagenda und das Europäische Jahr der Kompetenzen. El Iza Mohamedou, Head of the OECD Centre for Skills, sprach über die internationale Kompetenzmessung in der Berufsbildung (PISA VET). Dies sind alles Themen, bei denen sich das BMBF auf europäischer und globaler Ebene engagiert und diese vorantreibt.

„International VET competitions: WorldSkills – Advancing the profile and recognition of skilled people through global cooperation, measures of excellence, and inclusion“ lautete der Titel des Redebeitrags von WorldSkills International. Laurence Gates, Member of the Board WorldSkills International und CEO von WorldSkills Europe, betonte die Rolle der internationalen Berufswettbewerbe: „Wir haben heute Gespräche über Politik und Bildung gehört. WorldSkills ist eigentlich wie ein Spiegel, den wir Ihnen vorhalten. Wir zeigen Ihnen das Ergebnis Ihrer Arbeit, denn wir sehen uns die jungen Lernenden an, die aus unseren Wettbewerben hervorgehen.“ Gates fügte hinzu: „Unsere Botschaft ist: Man kann eine Karriere in der Berufsbildung machen und durch diese hervorragend im Beruf sein, man benötigt dafür keine akademische Karriere.“

Theresa Fleidl, Vice President, Head of Sister Airport Cooperation, Flughafen München, erläuterte die Vision der deutschen Wirtschaft und sprach über den Aufbau weltweiter Netzwerke für gemeinsames Lernen.

Im Anschluss an die Beiträge der Referent*innen betraten weitere Berufsbildungsexpert*innen die Bühne für eine Podiumsdiskussion zum Thema „Diversität der Systeme und Weltregionen vs. Gemeinsame Herausforderungen und globale Megatrends in der Berufsbildung: Potenziale für eine weltweite Berufsbildungsagenda?“, die von Peter Thiele und Hubert Romer moderiert wurde. Unter anderem sprachen Johanna Börsch-Supan, El Iza Mohamedou, Jürgen Siebel, CEDEFOP Director, Barbara Dorn, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (als Vertreterin der deutschen Sozialpartner) und Pilvi Torsti, Director oft he European Training Foundation, über das Potenzial für die gemeinsame Entwicklung einer weltweiten Berufsbildungsagenda. Außerdem wurde über einen nachhaltigen sowie regelmäßigen globalen politischen Austausch und eine Zusammenarbeit bei der Förderung von Berufsbildung und Berufsbildungsexzellenz diskutiert. Das Publikum wurde in die Gespräche einbezogen, indem es mit Hilfe eines Online-Tools Stichworte zur Frage „Welches Thema und welche Instrumente sehen Sie als Priorität für die Internationalisierung der Berufsbildung an?“ einreichte, die als Wortwolke auf der Leinwand auf der Bühne angezeigt wurden. Einige der wichtigsten Antworten waren: „Exzellenz“, „Digitalisierung“, „Afrika“, „Vertrauen“ und „BILT“ (Bridging Innovation and Learning in TVET).

Zum Abschluss der internationalen Konferenz zog Peter Thiele ein Fazit: „Man kann das Interesse und das Potenzial für eine stärkere und engere Zusammenarbeit in der Berufsbildung nicht nur auf europäischer, sondern auch auf globaler Ebene bestätigen. Wir wissen, dass die internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung nicht neu ist. Wir wollen auf bestehenden Strukturen aufbauen. Aber wir sind der Meinung, dass es einen großen Handlungsspielraum und auch die Möglichkeit gibt, viele Aktivitäten zu verankern. Vielleicht gibt es tatsächlich das Potenzial, in den nächsten Jahren an einer gemeinsamen übergreifenden Agenda zu arbeiten, und wir werden im Rahmen der Exzellenzstrategie und -initiative für die Berufsbildung darauf vorbereitet sein, dazu beizutragen.“

Hubert Romer fügte Worte des Dankes an die Redner*innen, das Publikum und natürlich an das Bundesministerium für Bildung und Forschung, insbesondere an Peter Thiele, hinzu: „Danke, dass Sie uns heute zusammengebracht haben. Wie Sie sagten, können wir nicht alles miteinander harmonisieren und wir können auch nicht alles auf einmal tun. Aber wir sollten es Schritt für Schritt tun. Ich hoffe, diese Konferenz ist einer dieser Schritte in Richtung einer friedlichen und fruchtbaren Zukunft für uns alle.“

Weitere Fotos von der Konferenz finden Sie zum kostenfreien Download hier >>

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