Gestalten Sie die Zukunft der internationalen Kompetenzmessung in der Berufsbildung mit!

16. November 2023

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ruft in Zusammenarbeit mit dem Projekt Business at OECD (BIAC) den Privatsektor dazu auf, sich an der Entwicklungsphase der PISA VET-Initiative zu beteiligen – einer internationalen groß angelegten Messung der Kompetenzen in der beruflichen Bildung. Das Projekt baut auf den Erfahrungen der OECD mit PISA, der Internationalen Schulleistungsstudie der OECD, auf, mit dem seit über zwanzig Jahren die Leistungen von 15-Jährigen in den Bereichen Rechnen, Lesen und Schreiben sowie Naturwissenschaften bewertet werden. Angeregt durch die Verfügbarkeit neuer Technologien hat die OECD damit begonnen, die Bewertung der Systeme der beruflichen Erstausbildung für 16- bis 25-Jährige im Jahr 2020 zu untersuchen.

WorldSkills trägt mit seiner umfangreichen Erfahrung im Bereich der internationalen vergleichenden Leistungsmessung und -bewertung zusammen mit zahlreichen Ländern, Agenturen und Unternehmen zur Entwicklungsphase von PISA VET bei.

In seiner Rede vor den Mitgliedern der WorldSkills-Generalversammlung 2023 am 25. September betonte der OECD-Direktor für Bildung und Kompetenzen, Andreas Schleicher, die Notwendigkeit, Einzelpersonen, Arbeitgebern und politischen Entscheidungsträgern Daten über den relativen Leistungsstand der Systeme der einzelnen Länder in verschiedenen Berufsbereichen zur Verfügung zu stellen.

Solche Daten seien hilfreich, um aus den Beiträgen zum Erfolg in anderen Systemen politische Konsequenzen für ein System abzuleiten. “Wie WorldSkills sind auch wir in der OECD bestrebt, das Profil und die Anerkennung qualifizierter Menschen zu schärfen und zu zeigen, wie wichtig Qualifikationen sowohl für den persönlichen Erfolg als auch für den gesamtwirtschaftlichen Wohlstand sind”, sagte er und fügte hinzu: “Wenn wir unser Fachwissen und unsere Erfahrung zusammenlegen, könnten die OECD und WorldSkills zu idealen Partnern werden, um eine Art PISA für die berufliche Bildung zu entwickeln, die einen globalen Rahmen für die Messung von Kompetenzen bietet und diese Qualifikationen sichtbar und greifbar macht.”

Ziele der internationalen Kompetenzmessung in der Berufsausbildung

Als Partner und Arbeitgeber in der Berufsbildung würde die Beteiligung von Unternehmen an der internationalen Initiative zur Kompetenzmessung in der Berufsbildung dem Programm umfassende Vorteile bringen. Die Arbeitgeber wissen, welche Fähigkeiten sie benötigen, welche Erwartungen sie an Absolvent*innen der beruflichen Bildung stellen und welche Erfahrungen sie mit der Ausbildung von Lernenden in der beruflichen Bildung gemacht haben. Diese entscheidenden Informationen werden der OECD helfen, eine relevante Bewertung zu entwickeln und die Gültigkeit und Glaubwürdigkeit der Bewertung zu gewährleisten.

Das Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das sich nach Verständigung mit den Ländern (KMK) und den Sozialpartnern, an der Entwicklungsphase des PISA VET beteiligt, formuliert folgende Ziele“Der internationale PISA-Vergleich in der Berufsbildung erlaubt eine Standortbestimmung. Erkenntnisse aus den Vergleichstests sollen der Berufsbildungspolitik die Stärken und Schwächen der verschiedenen Berufsbildungssysteme, das Leistungsniveau in exemplarischen Berufen und ggf. auch Modernisierungsbedarf aufzeigen. Schlussfolgerungen aus der Kompetenzfeststellung können aufgegriffen und, wenn notwendig, gezielt in Maßnahmen, Aktionen oder Programme „übersetzt“ werden, um die Kompetenzentwicklung der Auszubildenden und Beschäftigten zu befördern.”

Auf der von WorldSkills Germany veranstalteten internationalen Berufsbildungskonferenz “Worldwide Policy Cooperation for Excellence in VET” am 9. November 2023 in Berlin erklärte El Iza Mohamedou, Leiterin des OECD Centre for Skills: “Wir möchten einen umfassenden Datensatz zur beruflichen Bildung einbringen.Wir wollen über die Beschäftigungs- und Teilnahmequoten hinausschauen. Wenn wir uns mit der Berufsbildung befassen, haben wir bisher nur Daten über die Aufnahme bzw. den Beginn einer Ausbildung, die Arbeitsmarktergebnisse und die Qualifikationen. Und das war’s. Wir wollen also darüber hinausgehen und viel mehr Daten über die berufliche Aus- und Weiterbildung sammeln, vor allem wenn wir Richtung Exzellenz in der Berufsbildung schauen.” Mohamedou ergänzte: “Wir wollen auch international vergleichbare Daten erhalten. Es geht wirklich nicht darum, die verschiedenen Programme zu vergleichen, welches besser ist als das andere. Es geht vielmehr darum zu verstehen, was ein exzellentes System ausmacht und was nicht. Wenn man die Beweise für den Erfolg der Berufsbildung hat, sollte man in der Lage sein, die Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu steigern.”

Rahmendaten der internationalen Kompetenzmessung

Unter der Leitung der OECD wird bis zum Ende des Jahres 2024 ein Rahmenkonzept entwickelt, das die Durchführbarkeit einer internationalen Kompetenzmessung aufzeigt. Dieses Konzept soll dann in einer Pilotphase überprüfen, ob die technisch-logistischen, finanziellen und fachlichen Aspekte umsetzbar sind. Die Bewertung der Ergebnisse erfolgt in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten in einem mehrstufigen Prozess innerhalb der OECD-Gremien PISA Governing Board (PGB) und Education Policy Committee (EDPC).

Experten in verschiedenen Berufsfeldern definieren in fünf Berufsfeldern beispielhafte typische Arbeitsaufgaben und Tätigkeiten, um entsprechende Testinstrumente und “test items” zu entwickeln:

• Elektronik
• Kfz-Mechatronik
• Kaufmännische und verwaltende Berufe
• Gesundheitsberufe
• Tourismus und Gastgewerbe

Zusätzlich arbeitet eine Gruppe an “Querschnittskompetenzen” (Employability Skills), da PISA VET sowohl berufsspezifische als auch allgemeine Fähigkeiten messen soll.

Die Arbeitsgruppen werden von sogenannten Lead Experts koordiniert. Deutschland stellt die Lead Experts für die Untergruppen Kfz-Mechatronik und Kaufmännisch-verwaltende Berufe sowie für die Arbeitsgruppe zu den Employability Skills. Zusätzlich arbeiten Berufsexperten und Kompetenzforscher vom Bundesinstitut für Berufsbildung in diesen Arbeitsgruppen mit. Weitere Informationen hierzu seitens des BMBF finden Sie hier >>

Aufruf an Unternehmen und Verbände

Unternehmen, Industrie- und Arbeitgeberverbände sowie Institutionen, die in der Berufsbildung tätig sind, werden ermutigt, sich an der Initiative in Partnerschaft mit der OECD zu beteiligen. Interessierte Organisationen können ihre Interessenbekundung gerne einreichen. In diesem Dokument können die Bedingungen und der Umfang der Beteiligung nachgelesen werden.

Weitere Informationen über die Entwicklung und Durchführung der internationalen Kompetenzmessung in der Berufsbildung finden Sie auf der PISA VET-Seite der OECD oder auf der WorldSkills-Website oder Sie kontaktieren direkt Jenny Shakleton (jenny.shackleton@worldskills.org) bei WorldSkills International.

Die gesamte Ansprache von Andreas Schleicher, OECD-Direktor für Bildung und Kompetenzen, auf der WorldSkills-Generalversammlung 2023 können Sie hier anschauen:

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