Die Rennfahrlegenden Michael Schumacher und Niki Lauda zeigen es: Mit einer Ausbildung als Kfz-Mechatroniker*in kann man so einiges erreichen. Auch aus Börrstadt in Rheinland-Pfalz gibt es eine ganz spezielle Erfolgsgeschichte zu erzählen. Hier wohnt Nikolai Rölle, gelernter Kfz-Mechatroniker und Kraftfahrzeugtechniker-Meister. Der 24-Jährige schaffte es ebenfalls bis zu einem großen internationalen Wettbewerb, denn er vertrat Deutschland 2018 bei der Europameisterschaft der Berufe, den EuroSkills in Budapest. Allerdings in keiner typisch sportlichen Disziplin, sondern eben in seinem Beruf. Nach drei harten Wettkampftagen, an denen er gegen 15 europäische Kollegen Aufgaben zu lösen hatte, die über dem Niveau einer deutschen Gesellenprüfung lagen, wurde Nikolai für seine hervorragende Leistung mit einer Exzellenzmedaille ausgezeichnet. „Durch meine Teilnahme an den EuroSkills konnte ich meinen Wissenshorizont erweitern und viele neue Erfahrungen in beruflichen als auch in persönlichen Bereichen sammeln“, so der gelernte Kfz-Mechatroniker.
Doch wie kam er dazu, genau diesen Beruf erlernen zu wollen? Nikolai wuchs buchstäblich in der Familienwerkstatt auf, die bereits in der dritten Generation geführt wird. „Eigentlich habe ich mir nie einen anderen Beruf für mich vorstellen können – obwohl niemand aus meiner Familie verlangt hat, dass ich einmal die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker mache“, erklärt er. An seinem Beruf faszinieren ihn die vielseitige und komplexe Arbeit, aber auch die Tüftelei und Schrauberei. Denn Kfz-Mechatroniker*innen prüfen Automobile auf Herz und Nieren: Festgestellte Fehler werden behoben und Schäden ausgebessert. Laut Nikolai bietet der Beruf aber noch weitere Vorteile: „Durch die Ausbildung ist man zudem sehr breit aufgestellt und kann das eigene Wissen nicht nur für das Thema Automobil nutzen, sondern auch für Themen im Alltag, wenn es z. B. um Elektronik geht. Außerdem kann man sich selbst hohe Kosten ersparen, da man sein Kfz selbst reparieren kann“. Um eine Berufsausbildung als Kfz-Mechatroniker*in zu beginnen, sollte man handwerkliches Geschick und technisches Verständnis mitbringen. „Auch eine generelle Lernbereitschaft und die Fähigkeit selbstständigen Handelns erleichtern die Ausbildung“, ergänzt Nikolai.
Kfz-Mechatroniker Nikolai Rölle liebt seinen Beruf und möchte als mit der Führung des Familienbetriebs künftig auch in die Ausbildung junger Fachkräfte investieren. (Foto: Nikolai Rölle)
Nach seinem Erfolg in Budapest bekam der 24-Jährige viel Aufmerksamkeit in den Medien und seinem Umfeld. „Auch erhielt die Werkstatt meines Vaters etliche Anfragen von Kundinnen und Kunden, die von meiner Expertise in der Zeitung lasen und ihr Auto deshalb von mir reparieren lassen wollten“, freut sich Nikolai. Außerdem erhielt er diverse Berufsangebote von größeren Automobilkonzernen, die ihn aufgrund seines Könnens einstellen wollten. Doch Nikolai blieb sich und dem Familienunternehmen treu, denn er hat ein klares Ziel vor Augen: „In den nächsten fünf Jahren sehe ich mich als Leiter unseres Familienbetriebs mit einem oder zwei zuverlässigen Angestellten und natürlich einem oder einer wissbegierigen Auszubildenden – die oder der aller Wahrscheinlichkeit nach dann meine Nachfolge antreten wird.“ Mit Nikolais Expertise wird die junge Fachkraft später aber vielleicht nicht nur den Betrieb übernehmen, sondern vorher bereits auf internationaler Ebene bei einem Berufswettbewerb das eigene Können erfolgreich unter Beweis stellen – ganz so wie Nikolai es tat.
Mehr Informationen über die Ausbildung "Kfz-Mechatroniker*in" gibt es auf der Website wasmitautos.com.
Bei den EuroSkills in Budapest 2018 stellte sich Nikolai schwierigen Wettbewerbsaufgaben und wurde mit einer Exzellenzmedaille ausgezeichnet. (Foto: Frank Erpinar)
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