Was Top-Talente der Generation Z von Arbeitgebenden erwarten

5. November 2026

Die neue DACH-Studie von Kitoko People zeigt, was die leistungsstärksten jungen Fachkräfte antreibt und langfristig bindet. Mit dabei: Talente aus dem Umfeld von WorldSkills Germany, SkillsAustria und SwissSkills sowie Ausbildungsbetriebe aus der Praxis.

Wie gewinnt, entwickelt und bindet man die leistungsstärksten jungen Fachkräfte? Und was erwarten sie eigentlich von ihren Arbeitgebenden? Genau diesen Fragen geht die „Generation Z Top-Talente: DACH-Studie 2026“ von Kitoko People nach. Die Studienpartner WorldSkills Germany, SkillsAustria und SwissSkills haben die Umsetzung unterstützt.

Befragt wurden insgesamt 2.065 junge Berufstalente aus dem Umfeld nationaler und internationaler Berufsmeisterschaften. 1.436 von ihnen stammen aus dem DACH-Raum: 531 aus Deutschland, 223 aus Österreich und 682 aus der Schweiz. Als internationale Vergleichsgruppe nahmen 629 Talente teil, darunter 577 aus den USA und 52 aus der Global Shapers Community. Ergänzt wurde die Online-Befragung durch Fokusgruppen mit jungen Talenten sowie Interviews mit renommierten Ausbildungsbetrieben aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Wichtig für die Einordnung: Die Studie bildet bewusst nicht die Generation Z in ihrer Breite ab, sondern deren leistungsorientierte Spitze. Was diese jungen Spitzentalente antreibt, wann sie bleiben und wann sie wechseln, zeigen die zentralen Ergebnisse.

Erste Einblicke in die Ergebnisse:

Bei der Wahl des Arbeitgebers steht für rund 90 Prozent der Top-Talente im DACH-Raum das Arbeitsklima mit Team und Kolleg:innen an erster Stelle. Beim Gehalt zeigen sich dagegen deutliche Länderunterschiede: In Deutschland und Österreich bewertet es über die Hälfte der Befragten als „sehr wichtig“, in der Schweiz nur 29 Prozent. Auch zwischen den Branchen gibt es Unterschiede. So ist Work-Life-Balance für 63 Prozent der Talente aus Gesundheit, Bildung und Soziales sehr wichtig, in Technik, Industrie, Bau und Transport sind es 35 Prozent.

Auch bei den Erwartungen an Führung ist das Bild einheitlich: In allen drei Ländern steht Wertschätzung, also Vertrauen und Respekt, an erster Stelle, gefolgt von Ehrlichkeit und offener Kommunikation. Überraschend ist, wie niedrig regelmäßiges Feedback gewichtet wird. Nur 13 bis 16 Prozent nennen es als besonders wichtige Führungseigenschaft. Das hat auch mehrere der interviewten Ausbildungsverantwortlichen überrascht.

Zu den stärksten Wechselgründen zählen innerbetriebliche Faktoren: fehlende Wertschätzung (rund 95 Prozent), ein besseres Arbeitsklima (rund 94 Prozent) und Unzufriedenheit mit Vorgesetzten (90 Prozent). Gleichzeitig ist die Bindungsbereitschaft hoch, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. 65 Prozent der österreichischen Top-Talente können sich vorstellen, länger als vier Jahre im Unternehmen zu bleiben, in der Schweiz sind es 43 Prozent und in Deutschland 37 Prozent.

Drei zentrale Erkenntnisse

Kitoko People fasst die Ergebnisse in drei Punkten zusammen:

  1. Nicht die Entlohnung allein entscheidet über Bindung und Wechselbereitschaft.
  2. Das Bild der permanent wechselwilligen Gen Z greift zu kurz.
  3. Nachwuchsarbeit muss strategischer und professioneller werden, mit vorausschauender Bedarfsplanung, klaren Ausbildungsstrukturen und Führung, die Orientierung gibt.

Daraus leitet die Studie zehn Handlungsfelder für Unternehmen ab, etwa Feedback zu institutionalisieren, individuelle Entwicklungspfade zu ermöglichen und den Übergang von der Ausbildung in die Fachkarriere frühzeitig zu gestalten.

Zusammenfassung der Studie

Die Unternehmensperspektive: Einblicke aus der Praxis

Neben den Talenten kommen in der Studie auch Ausbildungsbetriebe zu Wort, drei davon sind eng mit WorldSkills Germany verbunden.

Torsten Lippoldt, Ausbildungskoordinator bei SachsenEnergie und Nationaltrainer von WorldSkills Germany, setzt auf gezielte Spezialaufgaben für Leistungsstarke und einen Übernahmetarifvertrag als Bindungsanreiz. Dass regelmäßiges Feedback in der Studie nicht ganz oben steht, hält er nicht für ein Zeichen von Unwichtigkeit: „Entwicklung funktioniert nur, wenn junge Menschen verstehen, was gut läuft, wo Fehler liegen und was sie daraus lernen können.“

Für Fabian Leenen, Technischer Ausbildungskoordinator bei Computacenter, zählen Lernbereitschaft, Teamfähigkeit und ein konstruktiver Umgang mit Feedback mehr als die besten Schulnoten. Sein Fazit: „Talente verlassen selten ein fehlendes Trainingsangebot. Sie verlassen eher ein Umfeld, in dem Wertschätzung, Klarheit und Perspektive fehlen.“

Bei Viega zeigt sich Potenzial laut Lea Hanses, Kaufmännische Ausbildungsleiterin, daran, wie jemand mit Feedback umgeht. Ulrich Schmidt, Gewerblich-Technischer Ausbildungsleiter, setzt auf Weitsicht: „Wir planen unseren Ausbildungsbedarf gemeinsam mit den Fachbereichen strukturiert fünf bis sechs Jahre im Voraus.“

Der gemeinsame Nenner: Potenzial zeigt sich im Arbeitsalltag, nicht allein in Noten, und Bindung beginnt früh, mit Wertschätzung und klaren Perspektiven.

 
Weitere Informationen und der Zugang zur Studie finden Sie hier >>>
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