In Westafrika, am Atlantik zwischen der Elfenbeinküste und Togo, liegt Ghana mit seinen knapp 30 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Aktuell ist das flächenmäßig relativ kleine Land auf dem besten Weg, seine großen wirtschaftlichen Potenziale zu entfalten. Diese verdankt es nicht zuletzt dem Reichtum an Rohstoffen wie Gold, Erdöl, Erdgas, Bauxit, Mangan und Kalkstein. Ein weiterer besonderer Rohstoff soll nun hinzukommen: die berufliche Bildung.
Bis heute ist Gold das wichtigste Exportgut Ghanas, zugleich ist der noch immer agrarisch geprägte Staat der weltweit zweitgrößte Produzent von Kakao. Nur etwa ein Viertel seines Wirtschaftsvolumens erzielt Ghana in der Industrie; es wird jedoch daran gearbeitet, diesen Sektor auszubauen. Von 2002 bis 2013 hat sich das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 312 auf 1.858 US-Dollar versechsfacht.
Dass die berufliche Bildung ein wichtiger Motor für das Wachstum von Industrie und Wirtschaft sein kann, hat Ghana erkannt: „Das Ziel unseres Landes ist es, ein Zentrum für exzellente Berufsausbildung zu sein“, erklärt Dr. Fred Kyel Asamoah, Direktor des ghanaischen „Council for Technical and Vocational Education and Training” (COTVET). Aus diesem Grund ist Ghana im vergangenen Jahr WorldSkills International beigetreten. „Unsere Mitgliedschaft bei WorldSkills International bedeutet, dass wir uns mit jungen Menschen aus der ganzen Welt in den aktuellen beruflichen Disziplinen messen können“, fährt Asamoah fort.
Als Kooperationspartner der neu gegründeten Organisation WorldSkills Ghana hat WorldSkills Germany die Gelegenheit, die weitere Entwicklung der beruflichen Bildung in Ghana mitzuerleben und beratend mitzugestalten. „Ziel unserer Kooperation ist es, in Ghana eine nachhaltige Berufsbildungsorganisation zu etablieren. Deren Strahlkraft wird im Idealfall die gesamte Berufsbildung in Ghana vorantreiben. Junge Menschen sollen über das sportlich-spielerische Element der Wettbewerbe abgeholt werden, damit die Standards, die WorldSkills verlangt, zu einer international wettbewerbsfähigen Berufsbildung in Ghana beitragen“, erläutert Hubert Romer, Geschäftsführer von WorldSkills Germany.
Im Moment arbeiten WorldSkills Ghana und WorldSkills Germany daran, die Skills zu identifizieren, die sie gemeinsam entwickeln wollen. „Ghana hat sich bereits eine spannende Mischung von Berufsfeldern ausgesucht. Von Handwerk bis High-Tech ist alles dabei“, so Romer. „Im Moment richten wir Trainingszentren ein und coachen die Trainerinnen und Trainer für die ghanaische Berufe-Nationalmannschaft.“ In diesem Jahr wird Ghana bei den WorldSkills Africa in Namibia mit dabei sein. Das große Ziel ist die erfolgreiche Teilnahme an den WorldSkills 2021 in Shanghai.
In einem nächsten Schritt möchten sich WorldSkills Ghana und WorldSkills Germany vor Ort vernetzen. „Wir führen gerade intensive Gespräche mit möglichen Partnern, wie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und anderen Bildungsnetzwerken, um die Zusammenarbeit zu koordinieren“, berichtet Hubert Romer.
Interessierte Firmen und Verbände, die als Bildungsanbieter aktiv sind, für die Ghana als Wirtschaftsstandort interessant ist oder die im Bereich Charity an Projekten mitarbeiten wollen, sind herzlich eingeladen, sich aktiv mit einzubringen. Weitere Informationen sind erhältlich bei romer@worldskillsgermany.com.
Dieser Beitrag erschien in der Ausgabe 16 des WorldSkills Germany-Magazins, dem Fachmagazin für Talentmanagement, berufliche Wettbewerbe und außerschulisches Lernen.
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