Water Technology im Fokus: Internationale Vorbereitung und Deutsche Meisterschaf

12. Mai 2026

In den vergangenen Tagen gab es gleich mehrere wichtige Termine für die Disziplin Water Technology: ein internationales Trainingscamp in Esslingen und die Deutschen Meisterschaften auf der IFAT in München. Beide Formate haben gezeigt, wie sich der Bereich aktuell entwickelt und welche Rolle er im nationalen und internationalen Wettbewerb spielt.

Internationales Training in Esslingen

Ende April wurde die Adiro Automatisierungstechnik GmbH in Zusammenarbeit mit Festo, Wilo, DWA und WorldSkills Germany zum internationalen Treffpunkt für Nachwuchstalente der Wasserwirtschaft: Beim „WorldSkills Germany Training Camp Skill #55“ bereiteten sich insgesamt 23 Teilnehmende aus zehn Nationen gezielt auf die WorldSkills Shanghai 2026 vor.

Vom 28. April bis 01. Mai trainierten Fachkräfte aus Deutschland, Korea, Japan, Singapur, Österreich, Ungarn, China, Namibia, Kenia und Ägypten gemeinsam an praxisnahen Aufgaben entlang der gesamten Prozesskette moderner Wassertechnologie. Unter der Leitung von Experte Hilmar Tetsch und Thomas Schwab durchliefen sie ein intensives Trainingsprogramm, das sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anwendungen vereinte.
Im Fokus standen vier zentrale Kompetenzbereiche: das Prozessverständnis – unter anderem mithilfe von Simulationssoftware und Visualisierungstools der DWA –, chemische Laboranalysen, mechanische Instandhaltungsarbeiten an Pumpstationen sowie Automatisierungstechnik an modernen EDS-Watermanagement-Stationen.
Das Training verdeutlichte die steigende Bedeutung interdisziplinärer Kompetenzen in der Wasserwirtschaft. Insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Wasser- und Energiesystemen rückten in den Mittelpunkt – ein zentraler Aspekt für nachhaltige Lösungen in Zeiten globaler Herausforderungen.

Deutsche Meisterschaften auf der IFAT

Direkt im Anschluss richtete sich der Blick nach München: Im Rahmen der IFAT, der weltweit größten Umweltmesse, fanden die Deutschen Meisterschaften in der Disziplin "Water Technology" statt. Seit 16 Jahren sind die Berufswettbewerbe fester Bestandteil der Messe und stehen für praxisnahe Aus- und Weiterbildung in der Wasserwirtschaft. Entwickelt wurden sie von der Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) gemeinsam mit Festo und Adiro. Insgesamt zeigten über 150 Teilnehmende aus mehr als zehn Nationen in vier Wettbewerben ihr Können.

Am 4. und 5. Mai gingen zunächst die Auszubildenden an den Start. Besonders erfolgreich präsentierten sich die Teams des Bildungsvereins der Ver- und Entsorgungsunternehmen Thüringen e. V. (BVE): Die „Kanalratten“ sicherten sich den Deutschen Meistertitel, die „Beckenrand-Schwimmer“ belegten den zweiten Platz.
Die Deutsche Meisterschaft diente zugleich als Qualifikation für die WorldSkills Shanghai 2026: Mit seinem Sieg wird Elias Sichler Deutschland in der Disziplin „Water Technology“ vertreten. Die Teilnahme wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gefördert.
Auch die wachsende Bedeutung des Wettbewerbs wird deutlich: Bereits vier der sieben DWA-Landesverbände richten eigene Meisterschaften aus, in diesem Jahr war erstmals auch Bayern vertreten.

Die IFAT setzt seit 60 Jahren internationale Impulse für Umwelttechnologien und Fachkräfteentwicklung. „Wir [DWA] sind 2004 mit nach China gegangen, dann nach Indien, Türkei und Südafrika und Brasilen. Überall wird eine gute Berufsausbildung im Umweltsektor immer wichtiger. Der Visionär Dr. Hans G. Huber (ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender und Seniorchef der Huber SE, verstorben am 15. März 2014) sagte einmal zu mir: 'Sorgen Sie [DWA] dafür, dass unsere gute deutsche Facharbeiterausbildung auch international verbreitet wird. Denn nur dann können wir auch unsere Technologien und Maschinen verkaufen und das Abwasser reinigen'“, erklärte Rüdiger Heidebrecht, Senior Advisor bei WorldSkills Germany. „Maschinen, Software und Sensoren werden von qualifizierten Menschen bedient, auf allen Bildungsebenen und in allen Ländern. Das wird auch die KI nicht verändern. Und nur in Konferenzen sitzen, repariert die Pumpe nicht“, ergänzte er lächelnd.

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