In der aktuellen Corona-Krise wird häufig an Unternehmen appelliert, die Zukunft ihrer Auszubildenden und damit die Zukunft unserer Wirtschaft nicht kurzfristigen Einsparungen durch Stellenabbau zu opfern. Laut einer Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks planen dennoch 25 Prozent der befragten Handwerksbetriebe, im kommenden Jahr weniger neue Auszubildende einzustellen – eine Prognose, die WorldSkills Germany gleichermaßen alarmiert und in den eigenen Erfahrungen bestätigt: Nach unserer Einschätzung gilt dieses Ergebnis nicht nur für Handwerksbetriebe, sondern auch für den Dienstleistungs- und Industriesektor.
Im Zuge der Veröffentlichung des Berufsbildungsberichts 2020 und des ergänzenden Datenreports des BIBB betonte der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser, dass die Corona-Pandemie den Ausbildungsstellenmarkt nicht verschonen werde. Man sei sich bewusst darüber, dass nicht alle Betriebe und Branchen in der momentan angespannten Situation ihr Ausbildungsengagement aufrechterhalten könnten. Gerade für den Neustart nach dem Lockdown seien jedoch gut ausgebildete Fachkräfte wichtig.
WorldSkills Germany teilt die vielfach geäußerte Sorge von Arbeitgebern, Verbänden und Politikern, dass nun an der falschen Stelle gespart werde. Denn Einschränkungen im Bereich der beruflichen Bildung und der Weiterbildung können kurzfristig Einsparungen bringen, aber mittel- und langfristig unsere wirtschaftliche Führungsrolle riskieren.
Was der Ansicht von WorldSkills Germany nach im bisherigen Diskurs jedoch fehlt, sind Wortmeldungen von Auszubildenden selbst. Einige Rückmeldungen dieser jungen Menschen haben uns bereits erreicht, jedoch genügen diese noch nicht als statistische Erhebung. Daher werden wir uns in den kommenden Wochen im Rahmen einer Umfrage an Auszubildende und Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz wenden, um ihnen in dieser schwierigen Situation eine Stimme zu geben. Aus den Ergebnissen der Umfrage unter den betroffenen jungen Menschen wird WorldSkills Germany seine Empfehlungen an Politik und Wirtschaft ableiten.
„Wir müssen schon heute an die Zukunft denken und gemeinsam zu Chancengebern werden“, betont Hubert Romer, Geschäftsführer von WorldSkills Germany. „Dann funktionieren wir als starke Gemeinschaft, die ein Ziel im Blick hat: in einem agilen Netzwerk gemeinsam die berufliche Bildung wichtig nehmen und junge Menschen gerade jetzt zu fördern! Dabei müssen wir die Stimmen der jungen Menschen hören und beachten. Sonst entscheiden wir über sie hinweg.“
Ermuntern Sie Auszubildende oder junge Menschen auf dem Weg in die Ausbildung an unserer Umfrage teilzunehmen. Wir freuen uns über jede Rückmeldung.
Quellen alle Stand 7.5.2020:
https://www.bibb.de/de/newsletter/pressemitteilung_122976.htm
https://www.zdh.de/fachbereiche/wirtschaft-energie-umwelt/konjunktur-umfragen/sonderumfragen/umfrage-zu-den-auswirkungen-von-corona-3/
WorldSkills Germany gibt dir eine Stimme!
(Foto erstellt von katemangostar - de.freepik.com)
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