WorldSkills Germany und WorldSkills Ghana stärken gemeinsam Exzellenz in der Berufsbildung

21. April 2026

WorldSkills Germany und WorldSkills Ghana verbindet eine besondere Partnerschaft: Seit Ghana 2019 WorldSkills-Mitglied wurde, arbeiten beide Länder gemeinsam daran, die Berufsbildung auf ein neues Niveau zu heben – mit konkreten Ergebnissen und auf Augenhöhe.

Eine langjährige Mentoring-Partnerschaft zwischen WorldSkills Germany und WorldSkills Ghana stärkt die Kapazitäten von Experten, festigt nationale Ausbildungssysteme und hilft Ghana, selbstbewusst auf die internationale Bühne der beruflichen Bildung zu treten.

Als Ghana 2019 das 81. Mitglied von WorldSkills wurde, begann nicht nur ein neues Kapitel der Kompetenzentwicklung für das Land – es war auch der Auftakt einer Mentoring-Beziehung mit WorldSkills Germany, die bis heute die Ausbildung junger Menschen in beiden Ländern prägt.

Als langjähriges Mitglied von WorldSkills und WorldSkills Europe verfügt WorldSkills Germany über jahrzehntelange Erfahrung in Berufswettbewerben, professioneller Ausbildung und internationaler Zusammenarbeit. In Verbindung mit strategischer Unterstützung durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) konnte WorldSkills Germany gemeinsam mit WorldSkills Ghana das Fundament der Technischen und Berufsbildung (TVET) im Land stärken.

Von Anfang an stand die langfristige Systemveränderung im Mittelpunkt der Partnerschaft. Da mehr als die Hälfte der ghanaischen Bevölkerung unter 30 Jahre alt ist, erkannte das Land den dringenden Bedarf, seine jungen Fachkräfte gezielt auszubilden. Eine nationale Strategie wurde entwickelt, die Qualität, Relevanz, Branchenorientierung und internationale Wettbewerbsfähigkeit in den Vordergrund stellt.

Mehr als Wettkampfvorbereitung

Zakaria Sulemana, Offizieller Delegierter von WorldSkills Ghana, fasst es treffend zusammen: „Diese Zusammenarbeit mit WorldSkills Germany ist weit über die Vorbereitung auf Wettbewerbe hinausgegangen. Sie hat uns geholfen, Governance-Strukturen zu stärken, die Professionalität unserer Experten zu vertiefen und internationale Best Practices in unserem nationalen TVET zu verankern. Diese Partnerschaft hinterlässt bessere Systeme – nicht nur individuelle Erfolge."

Hubert Romer, Offizieller Delegierter von WorldSkills Germany, teilt diese Einschätzung und appelliert gleichzeitig an die Verantwortlichen: „Die gemeinsame Zeit war für uns alle inspirierend und hat uns selbst so viel zurückgegeben. Genau deshalb ist es so wichtig, dass die zuständigen politischen Stellen Projekte wie dieses aktiv unterstützen und ausreichend Ressourcen für ihre Weiterentwicklung bereitstellen."

Expertenwissen gezielt aufgebaut

Ausbildende spielten eine zentrale Rolle in diesem Transformationsprozess. Eine Reihe von Experten-Trainingsprogrammen – ausgerichtet an den WorldSkills Occupational Standards und basierend auf Wettbewerbs-Testprojekten, strukturierten Bewertungen und Erfahrungen – half dabei, Kompetenz und Selbstvertrauen aufzubauen.

Albert Opare, Kommunikationsmanager bei WorldSkills Ghana, erklärt: „Durch die Stärkung der Expertenkapazitäten konnte Ghana eine nachhaltige Pipeline aus Ausbildern, Prüfern und Mentoren aufbauen, die die Standards in den Bildungseinrichtungen anheben, kompetenzbasierte Ausbildung fördern und junge Menschen für technische Berufe begeistern."

Sieben Berufsfelder, die für Ghanas wirtschaftliche Entwicklung besonders bedeutsam sind, standen dabei im Mittelpunkt: Automobiltechnik, Maurerei, Zimmerei, Kochen, Elektroinstallationen, IT-Netzwerksystemadministration und Schweißen.

Training in Deutschland – Blick auf Shanghai 2026

Im vergangenen November reisten ghanaische Expert*innen und Teilnehmenden zu intensiven Trainingswochen nach Deutschland – zur Vorbereitung auf die nationalen Meisterschaften sowie auf die WorldSkills Shanghai 2026.

George Sevor, Chefexperte in der Disziplin Maurer*in für WorldSkills Ghana, zieht ein positives Fazit: „Das Programm hat mein technisches Wissen erheblich vertieft, insbesondere in den Bereichen Werkstückgestaltung, Zeichnungsinterpretation und Bewertung. Diese Erfahrung stärkt meine Fähigkeit, sowohl nationale als auch internationale Wettbewerbe zu bewerten und junge Talente effektiver zu fördern."

Auch für die deutschen Expert*innen war die Zusammenarbeit ein Gewinn. Thorben Grübnau, Experte in der Disziplin Koch*Köchin bei WorldSkills Germany, betont: „Für mich persönlich bot die Erfahrung tiefe Einblicke in ein anderes Berufsbildungssystem und einen neuen kulturellen Kontext." Stefan Mißbach, Experte in der Disziplin Kfz-Mechatroniker*in, ergänzt: „Als Trainer habe ich wichtige Erfahrungen gesammelt und neue Ansätze kennengelernt, mit denen ich meine Schülerinnen und Schüler künftig noch besser fördern kann."

Gegenseitiges Lernen als Erfolgsmodell

Die Partnerschaft macht deutlich: Coaching ist kein einseitiger Wissenstransfer, sondern eine gemeinsame Investition in Exzellenz. Über die Trainingsprogramme hinaus entstanden Räume für Dialog über Wettbewerbsplanung, Finanzierungsmodelle, Infrastrukturausbau, strategische Kommunikation und die gesellschaftliche Bedeutung von Berufsbildung.

Albert Opare bezeichnet Mentoring als „eines der wirkungsvollsten Instrumente innerhalb der WorldSkills-Gemeinschaft" und fasst zusammen: „Unsere Erfahrung zeigt: Mentoring, das auf gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Ziel beruht, schafft dauerhaften Mehrwert – weit über Wettbewerbe hinaus. Wir ermutigen andere Mitglieder ausdrücklich, in internationale Kooperationen zu investieren als Weg zu nachhaltiger Kompetenzentwicklung."

Mit Blick auf die 48. WorldSkills in Shanghai ist diese Partnerschaft ein leuchtendes Beispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit Ausbildungssysteme stärkt – und jungen Menschen weltweit neue Chancen eröffnet.

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